Seit dem 1. November kostet jede Onlinebestellung aus einem Land außerhalb der EU an Verbraucher eine neue Gebühr, und zwar je Warenart im Paket. Für Händler in Deutschland verschiebt das die Preise gegenüber Temu, Shein und Co. Außerdem: Google und Bing wollen dir die Entscheidung über KI-Training leichter machen, und Google Ads bekommt einen Modus für kurze Rabattaktionen.
Drittland-Pakete: 2 € Gebühr je Warenposition
Seit dem 1. November erhebt die EU eine Bearbeitungsgebühr von 2 € auf Onlinebestellungen aus Drittstaaten, die direkt an Verbraucher gehen. Sie fällt für jede unterschiedliche Warenposition in einer Sendung an, egal wie viel die Ware kostet. Das Beispiel des Zolls: T-Shirt, Handyhülle und Buch in einem Paket kosten 6 €, vier gleiche T-Shirts nur 2 €.
Die Gebühr kommt zum Pauschalzoll von 3 € je Warenkategorie hinzu, der seit dem 1. Juli gilt. Zahlen müssen in der Regel Transportdienstleister, Händler oder Plattformen. Der Handelsverband HDE erwartet, dass ein Teil davon über höhere Preise bei der Kundschaft landet.
Was heißt das für dich? Konkurrierst du mit Plattformen aus China, werden dort vor allem gemischte Warenkörbe teurer. Sag in Anzeigen und auf der Produktseite klar, dass du aus Deutschland lieferst, wenn das stimmt. Verkaufst du selbst aus einem Lager außerhalb der EU an Endkunden, rechne 2 € je Position in deine Preise ein.
Quellen: Generalzolldirektion, HDE
Google und Bing: KI-Training bald mit einem Signal abwählbar
Google hat am 30. Oktober angekündigt, 2027 ein gemeinsames Signal in der robots.txt zu unterstützen. Damit lehnst du KI-Training bei allen teilnehmenden Anbietern auf einmal ab. Das Signal stammt aus einer Arbeitsgruppe der IETF, die Internetstandards entwickelt, und ist noch ein Entwurf. Wer es nutzt, wird bei Google so behandelt, als hätte er Google-Extended gesperrt.
Microsoft zieht für Bing nach. Ab dem 1. Februar 2027 gelten dort eigene Einstellungen für KI-Training und für die Nutzung deiner Inhalte in KI-Antworten. Die alten Angaben NoArchive und NoCache zählen dafür ab dem 1. März 2027 nicht mehr.
Was heißt das für dich? Du kannst Training ablehnen und trotzdem in KI-Antworten zitiert werden. Bing sieht diese Trennung ausdrücklich vor. Google-Extended wirkt laut Google weder auf die Aufnahme in die Google-Suche noch aufs Ranking. Nutzt du NoArchive oder NoCache, plane die Umstellung bis März ein.
Quellen: Google Search Central, Microsoft Bing
Google Ads: Angebotsmodus für kurze Rabattaktionen
Google erklärt den Angebotsmodus jetzt auf einer ausführlichen Hilfeseite, auch auf Deutsch. Er senkt für eine Aktion von 3 bis 14 Tagen deinen Ziel-ROAS, also den angepeilten Umsatz je Euro Werbekosten. Auf Wunsch gibt er ein zusätzliches Tagesbudget frei. Danach springen Ziel und Budget von selbst auf die alten Werte zurück.
Die Funktion ist in einer offenen Beta. Sie läuft nur in Such- und Performance-Max-Kampagnen mit Ziel-ROAS auf Kampagnenebene. Portfolio-Strategien und gemeinsame Budgets sind ausgeschlossen. In welchen Ländern die Beta läuft, sagt Google nicht.
Was heißt das für dich? Für Black Friday am 27. November sparst du dir damit das Zurückstellen von Hand nach der Aktion. Schau in den Kampagneneinstellungen nach, ob der Modus bei dir schon erscheint. Teste ihn zuerst in einer Kampagne mit kleiner Toleranz. Mehr zu Gebotsstrategien steht im Google-Ads-Handbuch.
Quellen: Google-Ads-Hilfe, Search Engine Roundtable
Recht kurz
Für dich heißt das: Eine Pflicht zur Vorabprüfung kommt vorerst nicht. Die strengeren Regeln von September gelten aber. Prüfe deine Werbung auf Wörter wie „nachhaltig“, „grün“ oder „klimaneutral“. Im Zweifel frag einen Anwalt.
Mach das diese Woche
Prüfe, was deine Website KI-Anbietern erlaubt. Das dauert 15 Minuten:
- Ruf
deine-domain.de/robots.txtim Browser auf. - Such nach Google-Extended, GPTBot und anderen KI-Namen. Notiere, was gesperrt ist und was nicht.
- Entscheide mit deinem Team zwei Fragen: Darf mit deinen Texten KI trainiert werden? Willst du in KI-Antworten genannt werden?
- Öffne den Quelltext von zwei wichtigen Seiten und such nach „noarchive“ und „nocache“. Steht da etwas, notiere es für die Bing-Umstellung bis März 2027.
- Trag dir für Anfang 2027 eine Erinnerung ein, das gemeinsame Signal nachzutragen, sobald Google es unterstützt.
Zahl der Woche
Fundstück der Woche
Nächste Woche im Blick
- Mittwoch, 11.11.: Singles Day und Martinstag. Prüf vor jedem Rabatt, ob dein Streichpreis dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage entspricht.
- Mittwoch, 11.11. (vorläufig): Die EU-Kommission könnte ihren Vorschlag für den Digital Fairness Act vorlegen, mit Regeln zu Abofallen, manipulativem Design und Influencer-Werbung. Laut Europäischem Verbraucherzentrum kann sich der Termin noch ändern.
- Ganze Woche: Black Friday ist am 27.11., Cyber Monday am 30.11. Eine Aktion im Angebotsmodus darf höchstens 14 Tage dauern. Leg Start und Ende jetzt fest.
Aus der Werbematrix
- Die magischen Worte: Jonah Bergers Buch über wirksame Sprache: welche Formulierungen nachweislich überzeugen und für wen sich das Buch lohnt.