Studie: ChatGPT bringt nur 0,62 % so viele Besuche wie Google

30. Oktober 2026

Viel Aufwand fließt gerade in die Frage, wie man in ChatGPT sichtbar wird. Eine neue Auswertung von 100 Websites rückt das zurecht: Google bringt dort weiter fast alle Käufe. Dazu kommen neue Gebotsziele in Google Ads, ein Autopilot für Shopify-Anzeigen und ein Urteil, das du vor Black Friday kennen solltest.

ChatGPT bringt nur 0,62 % so viele Besuche wie Google

Die SEO-Beraterin Marie Haynes hat am 21. Oktober zwölf Monate Daten aus Google Analytics 4 von 100 Websites ausgewertet, zusammen über 145 Millionen Sitzungen. Auf 100 Besuche aus der organischen Google-Suche kamen 0,62 Besuche aus ChatGPT. Alle KI-Chatbots zusammen schaffen 0,73.

Wer aus ChatGPT kommt, kauft öfter: 13,8 % Conversion-Rate (Anteil der Besuche mit Kauf oder Anfrage) gegen 3,02 % bei Google. Trotzdem lieferte Google 96,5 % aller Conversions, 964 gegen 36 aus allen Chatbots. Haynes nennt ihre Stichprobe selbst klein, Länder und Branchen nennt sie nicht. Zwei weitere Auswertungen von SEO Works und Kevin Indig kommen in dieselbe Richtung.

Was heißt das für dich? Schau in Google Analytics nach, wie viele Besuche bei dir aus ChatGPT, Perplexity oder Gemini kommen. Liegt der Anteil im Bereich weniger Promille, gehört dein Budget weiter in klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO). Die SEO-Grundlagen helfen dir dabei mehr als ein teures Tool für KI-Sichtbarkeit.

Quellen: Marie Haynes, Search Engine Roundtable

Google hat am 22. Oktober drei Neuerungen für Onlinehändler angekündigt, die im Oktober ausgerollt werden. Der Neukunden-Modus mit Fokus auf wertvolle Käufer kommt jetzt auch in Shopping-Kampagnen.

Ziele für Bestandskunden gibt es breiter in Performance Max, Suche und Shopping. Du kannst Kunden bevorzugen, die länger nicht gekauft haben, oder nur Bestandskunden ansprechen.

Dazu kommen prozentuale Gebotsfaktoren nach Warenkorbwert. Googles Beispiel: Ein Schmuckshop setzt 20 % mehr und bietet für einen Warenkorb von 500 Dollar entsprechend mehr als für einen von 50 Dollar. Für welche Länder das gilt, sagt Google nicht.

Was heißt das für dich? Die Ziele für Bestandskunden brauchen Kundendaten. Lade eine aktuelle Kundenliste in Google Ads hoch, bevor die Black-Friday-Kampagnen starten. Teste den Bestandskunden-Modus in einer einzelnen Kampagne, nicht im ganzen Konto. Mehr zum Aufbau von Kampagnen steht im Google-Ads-Handbuch.

Quellen: Google, Search Engine Roundtable

Shopify bucht deine Anzeigen jetzt selbst

Shopify hat am 28. Oktober den Campaign Autopilot für alle Händler freigegeben. Du legst Budget und Grenzen fest. Die KI baut dann Kampagnen und verteilt das Geld auf Meta, Microsoft Advertising, Snapchat, die Shop-App und Shopify Messaging.

Anzeigen auf X sollen bald dazukommen. Außerdem schlägt der Autopilot Änderungen für die Suchmaschinenoptimierung vor, die du freigibst.

Zu Ländern, Tarifen und Kosten macht Shopify keine Angaben. Zu finden ist die Funktion im Admin im Bereich „Growth“.

Was heißt das für dich? Für kleine Shops ohne Agentur ist das ein bequemer Einstieg. Starte mit einem kleinen Testbudget, etwa so viel, wie du in zwei Wochen verlieren kannst. Vergleiche nach 30 Tagen die Kosten pro Bestellung mit deinen bisherigen Kampagnen, bevor du mehr freigibst.

Quelle: Shopify Changelog

Recht kurz

Für dich heißt das: Ein Streichpreis sollte nie über dem Preis liegen, der direkt vor der Aktion galt. Ein Hinweis auf einen künftigen Preis rettet das nicht. Im Zweifel frag einen Anwalt.

Mach das diese Woche

Plane deine Preise für Singles Day und Black Friday. Das dauert 15 Minuten:

  1. Liste die zehn Produkte auf, die du am 11. oder am 27. November reduzieren willst.
  2. Notiere für jedes den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage. Das ist der Vergleichspreis, den du angeben musst.
  3. Prüfe, ob dein Streichpreis höher liegt als der Preis direkt vor der Aktion. Wenn ja, ändere ihn.
  4. Achtung bei zwei Aktionen hintereinander: Senkst du am 11. November und wieder am 27. November, kann der Singles-Day-Preis zum Vergleichspreis für Black Friday werden.
  5. Leg die Liste deinem Team oder deiner Agentur vor, bevor die Anzeigen gebaut werden.

Zahl der Woche

Fundstück der Woche

Nächste Woche im Blick

  • Laufend: Meta schaltet laut einer Mitteilung an Werbetreibende seit dem 28. Oktober „Product Browsing“ in bestehenden Facebook- und Instagram-Anzeigen ein. Prüf deine Anzeigen in den Einstellungen zu Advantage+ Creative.
  • Laufend: OpenAI hat für die automatischen Textänderungen in ChatGPT-Anzeigen den 29., 30. und 31. Oktober genannt. Wer sie nicht will, schaltet sie im Ads Manager ab.
  • Dienstag, 3.11., und Mittwoch, 4.11.: OWM Summit der Werbungtreibenden in Berlin.
  • Ganze Woche: letzte Vorbereitung für den Singles Day am Mittwoch, 11.11. Black Friday ist am 27.11., Cyber Monday am 30.11.

Aus der Werbematrix

Marketing-Radar

Jeden Freitag frische
Marketing-Impulse im Postfach

Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, Neues aus dem Werberecht, Tool-Tipps und ein Fundstück, das dein Marketing weiterbringt. In 5 Minuten gelesen.

Kostenlos und jederzeit abbestellbar.