Diese Woche haben gleich zwei Werbeplattformen Automatiken eingeschaltet, die deine Anzeigen ohne Rückfrage verändern. OpenAI will laut einer Mail an Werbetreibende ab dem 30. Oktober Anzeigen in ChatGPT selbst umformulieren, Google baut in Performance Max Videos aus deinen Social-Media-Profilen. Beides lässt sich nach Angaben der Anbieter abschalten, wenn du davon weißt.
OpenAI will ab 30. Oktober deine ChatGPT-Anzeigen ändern
Laut Search Engine Roundtable hat OpenAI Werbetreibende am 20. Oktober per Mail informiert: Ab Freitag, dem 30. Oktober, sollen die „Creative Enhancements“ für neue und bestehende selbst gebuchte Kampagnen eingeschaltet sein.
OpenAI darf dann laut der Mail Überschriften und Beschreibungen umschreiben, Texte übersetzen, Bilder an das Format anpassen und die Ziel-URL auf eine andere Seite deiner Website lenken. Die Varianten laufen, ohne dass du jede einzelne freigibst.
Laut OnlineMarketing.de laufen Anzeigen in ChatGPT in Deutschland seit dem 24. August, bei Nutzern der Tarife Free und Go. Ob deutsche Werbetreibende sie schon alle selbst buchen können, dazu widersprechen sich die Berichte.
Was heißt das für dich? Wenn du Anzeigen in ChatGPT selbst buchst, entscheide vor dem 30. Oktober. Den Schalter findest du laut OpenAI im Ads Manager in den Kontoeinstellungen. Die genaue Bezeichnung kann bei dir abweichen. Wer Preise, Pflichtangaben oder geschützte Begriffe in seinen Anzeigen hat, schaltet besser ab und testet die Automatik später in einer einzelnen Kampagne.
Quellen: Search Engine Roundtable, OnlineMarketing.de
Performance Max baut Videos aus deinen Profilen
Google Ads kann für Performance Max jetzt selbst Videos holen: aus deinen Social-Media-Profilen, von deiner Landingpage und aus deinem YouTube-Kanal. Laut der englischen Google-Hilfe ist das bei neuen Kampagnen standardmäßig an, bei manchen bestehenden hat Google es mit einem Plattform-Update ebenfalls eingeschaltet. Ab wann das für deutsche Konten gilt, nennt Google nicht. Pro Asset-Gruppe kommen bis zu zehn Videos dazu.
Voraussetzung: Die Kampagne hat mehr als 5 US-Dollar Tagesbudget, und du hast die Quellen in deinem Videoportfolio freigegeben.
Was heißt das für dich? Prüfe, welche Videos auf deinen Profilen liegen. Ein altes Reel mit abgelaufener Aktion oder ein privater Schnappschuss vom Betriebsfest gehört nicht in eine Anzeige. Abschalten geht je Kampagne: Zahnrad neben der Kampagne, Abschnitt „Asset-Gruppe“, Menü „Asset-Optimierung“, Haken bei den Videos aus Quellen entfernen (englisch „Sourced videos“). In der deutschen Oberfläche können die Menüpunkte etwas anders heißen.
Quelle: Google Ads-Hilfe
Gemini bekommt einen Bereich für kleine Unternehmen
Google hat am 20. Oktober einen eigenen Bereich für Selbstständige und kleine Betriebe in der Gemini-App angekündigt. Du hinterlegst dort Logo, Schriften und Farben, und Gemini erstellt Grafiken in deinem Stil. Tabellen und Belege werden zu Diagrammen.
Verbinden lassen sich unter anderem Google-Unternehmensprofil, Google Ads, Workspace, Canva, Shopify, Wix und Xero. Laut Google startet das in den kommenden Tagen weltweit für alle Nutzer der Gemini-App. Ob der Bereich in Deutschland gleich auf Deutsch erscheint, sagt Google nicht.
Was heißt das für dich? Schau in der nächsten Woche nach, ob der Bereich bei dir erscheint. Fang mit dem Markenstil an, das bringt am schnellsten etwas. Verbinde Konten mit Kunden- oder Finanzdaten erst, wenn du geklärt hast, wie Google diese Daten verarbeitet und ob das zu deiner Datenschutzerklärung passt.
Quelle: Google Blog
Recht kurz
Such auf deiner Website und in deinen Posts nach „erste“, „einzige“ und „Nr. 1“. Kannst du die Aussage nicht belegen, streich sie. Ein „wahrscheinlich“ davor rettet sie nicht.
Mach das diese Woche
Prüf die Automatiken in deinen Werbekonten. Das dauert 15 Minuten:
- Falls du ChatGPT-Anzeigen selbst buchst: Öffne im Ads Manager die Kontoeinstellungen und entscheide, ob die Creative Enhancements ab 30. Oktober laufen sollen.
- Öffne in Google Ads jede Performance-Max-Kampagne und schau unter „Asset-Optimierung“ nach, ob Videos aus Quellen aktiv sind.
- Sieh dir in Google Ads die automatisch erstellten Assets der letzten 30 Tage an. Lösch alles, was veraltet oder falsch ist.
- Notiere in deinem Kalender einen Termin in vier Wochen, um die Ergebnisse der Kampagnen mit und ohne Automatik zu vergleichen.
Wenn du gar nicht wirbst, nimm dir stattdessen drei deiner Seiten vor und such dort nach Spitzenaussagen wie „erste“ oder „einzige“.
Zahl der Woche
Fundstück der Woche
Nächste Woche im Blick
- Laufend: Google will den Business-Bereich in der Gemini-App nach und nach freischalten. Ob er in Deutschland schon dabei ist, ist offen.
- Freitag, 30.10.: OpenAI will die Creative Enhancements in ChatGPT-Anzeigen einschalten. Bis dahin entscheiden.
- Samstag, 31.10.: Halloween. Am selben Tag ist Reformationstag, Feiertag in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
- Sonntag, 1.11.: Allerheiligen, Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Plane Öffnungszeiten, Google-Unternehmensprofil und Lieferzusagen für das Wochenende entsprechend.
Aus der Werbematrix
- Suchmaschinen-Optimierung von Sebastian Erlhofer: für wen sich das 1.232-Seiten-Handbuch lohnt.
- Flyer drucken lassen: Format, Papier, Auflage und was das kostet.
Frage an dich
Lässt du Plattformen deine Anzeigen selbst umschreiben, oder behältst du die Kontrolle? Antworte einfach auf diese Mail. Wir sammeln die Antworten und berichten in einer der nächsten Ausgaben.