Ein Lead-Magnet ist ein kostenloser Inhalt, den Interessenten im Tausch gegen ihre E-Mail-Adresse bekommen: eine Checkliste, eine Vorlage, ein kurzer Ratgeber. Gut gemacht, löst er ein konkretes Problem und baut Vertrauen auf, bevor jemand etwas kauft. So wird aus einem Besucher ein Kontakt, den du wieder erreichen kannst.
Kunden gewinnen statt fangen
Niemand mag es, gefangen zu werden. Menschen kaufen gern bei Anbietern, die ihnen vorher schon geholfen haben. Genau das leistet ein Lead-Magnet: Er gibt zuerst und verkauft später.
Das Prinzip ist alt. Der Bäcker lässt probieren, der Weinhändler schenkt aus. Im Internet ist es eine Checkliste, die einem Kunden zehn Minuten Arbeit spart. Wer so etwas bekommt, denkt: Da hat sich jemand Gedanken gemacht.
Frag dich: Welche Frage stellen dir Interessenten immer wieder, bevor sie kaufen? Die Antwort darauf ist dein erster Lead-Magnet.
Welche Formate funktionieren
Früher war das Gratis-E-Book der Standard. Heute haben viele Menschen ungelesene PDFs auf der Festplatte. Kurze, sofort nutzbare Formate werden deshalb oft eher genutzt.
| Format | Aufwand | Gut für |
|---|---|---|
| Checkliste | gering | Abläufe, die man nicht vergessen darf |
| Vorlage | gering bis mittel | Texte, Briefings, Kalkulationen zum Ausfüllen |
| Rechner oder Test | mittel | Kosten schätzen, eigenen Stand prüfen |
| Kurzer Ratgeber | mittel | erklärungsbedürftige Themen |
| E-Mail-Kurs | mittel | Wissen in kleinen Portionen über mehrere Tage |
| Webinar | hoch | Beratung und Vertrauen bei höheren Preisen |
Wähl für den Anfang ein Format mit geringem Aufwand. Eine gute Checkliste ist in einem Nachmittag fertig.
In fünf Schritten zum Lead-Magneten
1. Ein konkretes Problem wählen
Je enger das Problem, desto besser. „Marketing-Tipps“ ist zu breit. „Die 12 Punkte, die vor dem Start einer Google-Ads-Kampagne erledigt sein müssen“ ist konkret.
2. Zum Angebot passen
Der Lead-Magnet sollte zu dem führen, was du verkaufst. Eine Steuerberaterin bietet eine Checkliste für Belege an, keine Rezeptsammlung.
3. Schnell nutzbar machen
Der Leser soll innerhalb von zehn Minuten einen Nutzen haben. Lieber zwei Seiten, die man sofort anwendet, als 40 Seiten, die man später lesen will.
4. Ordentlich gestalten
Der Lead-Magnet ist die erste Arbeitsprobe, die ein Interessent von dir sieht. Saubere Gestaltung mit deinem Logo und deinen Farben zahlt auf deine Marke ein. Eine Vorlage aus einem Gestaltungsprogramm reicht dafür meist aus.
5. Eine eigene Landingpage bauen
Biete den Lead-Magneten auf einer eigenen Seite an, die nur ein Ziel hat: die Anmeldung. Nenne dort klar, was der Leser bekommt und was danach passiert.
📋 Vorlage: Text für die Landingpage eines Lead-Magneten
Überschrift: [Ergebnis, das der Leser erreicht], in [Zeit] Unterzeile: Die kostenlose [Format] für [Zielgruppe]: [konkreter Nutzen in einem Satz]. Das bekommst du: - [Inhalt 1] - [Inhalt 2] - [Inhalt 3] [Feld: E-Mail-Adresse] [Button: Jetzt herunterladen] Du erhältst die [Format] per E-Mail und meldest dich damit für unseren Newsletter an. Darin bekommst du etwa [Häufigkeit] [Themen]. Abmelden kannst du dich jederzeit mit einem Klick.
Rechtlich sauber: Download gegen Newsletter
Diese Offenheit lohnt sich auch ohne Rechtsfrage. Wer weiß, worauf er sich einlässt, meldet sich seltener sofort wieder ab.
Nach dem Download: die ersten Mails
Viele Lead-Magneten scheitern nicht am Inhalt, sondern an dem, was danach kommt. Die Adresse liegt in der Liste, und dann passiert wochenlang nichts. Bis zum nächsten Newsletter hat der Interessent dich vergessen.
Plane deshalb zwei bis vier Mails, die automatisch nach dem Download verschickt werden. Die erste bringt den Download und einen Tipp zur Anwendung. Die zweite liefert einen weiteren nützlichen Inhalt, die dritte ein passendes Angebot. Die meisten Newsletter-Tools bieten solche Abläufe.
Wie du den Newsletter danach dauerhaft aufbaust, steht in unserem Leitfaden Newsletter-Marketing.
Wie du den Erfolg misst
Zwei Zahlen zeigen, ob dein Lead-Magnet funktioniert. Die erste ist die Anmeldequote der Landingpage, also der Anteil der Besucher, die sich eintragen. Die zweite ist der Anteil der neuen Kontakte, die später anfragen oder kaufen.
Ist die Anmeldequote niedrig, liegt es meist an Überschrift, Nutzenversprechen oder Formular. Kaufen die neuen Kontakte nicht, passt der Lead-Magnet nicht zum Angebot.
Häufige Fragen
Was ist ein Lead-Magnet?
Ein kostenloser Inhalt, den Interessenten im Tausch gegen ihre Kontaktdaten erhalten, meist ihre E-Mail-Adresse. Typische Beispiele sind Checklisten, Vorlagen, kurze Ratgeber, Rechner oder E-Mail-Kurse.
Funktionieren Gratis-E-Books noch?
Ja, wenn sie ein konkretes Problem lösen und schnell nutzbar sind. Lange E-Books werden oft heruntergeladen und nie gelesen. Kurze Formate wie Checklisten und Vorlagen bringen häufig mehr Kontakte, die tatsächlich interessiert sind.
Darf ich einen Download von einer Newsletter-Anmeldung abhängig machen?
Das ist verbreitet, rechtlich aber nicht in jedem Detail geklärt. Wichtig sind Transparenz über Inhalt und Häufigkeit des Newsletters, ein Double-Opt-in und eine dokumentierte Einwilligung. Im Zweifel lass dich anwaltlich beraten.
Wie lang sollte ein Lead-Magnet sein?
So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Entscheidend ist, dass der Leser schnell ein Ergebnis hat. Für viele Themen reichen ein bis drei Seiten.