Google Ads für Einsteiger: 12 Fehler, die Geld kosten

Die 12 häufigsten Google-Ads-Fehler von Einsteigern und wie du sie vermeidest: Tracking, Keywords, Qualitätsfaktor, Budget und mehr. Mit Checkliste.

Inhaber eines Handwerksbetriebs prüft am Laptop die Kosten seiner Online-Anzeigen

Google Ads ist schnell eingerichtet, und genau das ist die Falle. Wer ohne Plan startet, zahlt für Klicks, die nie zu Kunden werden. Hier sind die zwölf Fehler, die Einsteiger am häufigsten Geld kosten, und wie du jeden davon vermeidest.

Dieser Artikel fasst zwei ältere Beiträge von werbematrix.de aus dem Jahr 2016 zusammen. Damals hieß Google Ads noch AdWords. Vieles hat sich seitdem geändert, die meisten Fehler sind aber dieselben geblieben.

1. Ohne Conversion-Tracking starten

Klicks allein bringen kein Geld. Entscheidend ist, was danach passiert: eine Anfrage, ein Anruf, eine Bestellung. Ohne Conversion-Tracking weißt du nicht, welche Kampagne Kunden bringt und welche nur Kosten verursacht.

Für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Google zudem, dass die Einwilligung der Nutzer über den Einwilligungsmodus übermittelt wird. Ohne ihn fehlen dir Daten.

Leg fest, was für dich eine Conversion ist, und richte das Tracking ein, bevor du den ersten Euro ausgibst.

2. Keine klare Kontostruktur

Die Einrichtung führt dich in wenigen Minuten zur ersten Kampagne. Das verleitet dazu, alles in eine Kampagne zu packen. Später weißt du nicht mehr, welche Anzeige für welches Angebot wirbt und wo das Geld hingeht.

Plane vor dem Start: eine Kampagne pro Angebot oder Ziel, darin Anzeigengruppen mit eng verwandten Keywords. So kannst du Budgets gezielt steuern und Anzeigen passend formulieren.

Skizziere deine Struktur auf Papier, bevor du sie im Konto anlegst.

3. Mit eigenen Begriffen statt mit denen der Kunden werben

Jedes Unternehmen hat seine eigene Sprache. Deine Kunden suchen aber mit ihren Worten. Wer „Wärmedämmverbundsystem“ bucht, verpasst alle, die „Fassade dämmen“ suchen.

Frag deine Kunden, wie sie nach dir gesucht haben. Schau in den Keyword-Planer von Google und vergleich das Suchvolumen deiner Fachbegriffe mit den Alltagsbegriffen.

4. Suchbegriffe nicht prüfen

Du buchst Keywords, Google zeigt deine Anzeigen aber für tatsächliche Suchbegriffe. Die können deutlich abweichen. Ein Malerbetrieb, der „Maler“ bucht, erscheint womöglich auch bei „Maler Ausbildung“ oder „berühmte Maler“.

Der Bericht zu den Suchbegriffen zeigt dir, wofür du wirklich bezahlst. Unpassende Begriffe schließt du als auszuschließende Keywords aus.

5. Zu weit ausspielen: Ort, Zeit und Sprache

Wer lokal arbeitet, braucht keine Klicks aus ganz Deutschland. Wer Sonnenschirme verkauft, muss im Winter nicht werben. Und wer nachts keine Anrufe annimmt, sollte nachts vielleicht keine Anzeigen für Anrufe schalten.

Begrenze deine Kampagnen auf die Orte, Zeiten und Sprachen, in denen deine Kunden kaufen. Prüf nach einigen Wochen, zu welchen Uhrzeiten und an welchen Tagen Conversions entstehen, und passe den Werbezeitplan an.

6. Um jeden Preis auf Platz 1 wollen

Die oberste Position ist oft die teuerste und nicht immer die profitabelste. Entscheidend ist nicht der Platz, sondern was ein Kunde dich am Ende kostet.

Teste, ob eine etwas niedrigere Position bei gleichen Conversions günstiger ist. Rechne mit Kosten pro Conversion, nicht mit Klickpreisen.

7. Den Qualitätsfaktor ignorieren

Google bewertet jedes Keyword mit einem Qualitätsfaktor von 1 bis 10. Er setzt sich aus drei Teilen zusammen: der erwarteten Klickrate, der Relevanz der Anzeige und der Nutzererfahrung auf der Landingpage. Eine höhere Anzeigenqualität führt laut Google in der Regel zu besseren Positionen und niedrigeren Kosten.

Wo deine Anzeige erscheint, bestimmt der Anzeigenrang. In ihn fließen neben Gebot und Anzeigenqualität weitere Faktoren ein, etwa der Kontext der Suche und die erwartete Wirkung von Zusatzinformationen wie Sitelinks.

Schau dir in der Keyword-Ansicht die drei Teilbewertungen an. Steht irgendwo „unterdurchschnittlich“, weißt du, wo du ansetzen musst.

8. Anzeige und Landingpage passen nicht zusammen

Eine Anzeige verspricht „Badsanierung zum Festpreis“, die Seite dahinter ist die allgemeine Startseite. Der Besucher sucht, findet nichts und ist weg. Du hast trotzdem bezahlt.

Jede Anzeigengruppe braucht eine Zielseite, die genau das zeigt, was die Anzeige verspricht. Die Seite muss auf dem Smartphone schnell laden und gut bedienbar sein, denn dort entstehen viele Klicks.

Prüf die Ladezeit deiner Landingpage mit unserem kostenlosen Speed-Test.

9. Anzeigen nicht testen

Seit dem 30. Juni 2022 lassen sich in Suchkampagnen keine erweiterten Textanzeigen mehr erstellen. Stattdessen gibt es responsive Suchanzeigen: Du hinterlegst mehrere Überschriften und Beschreibungen, Google kombiniert sie.

Nutze das. Formuliere unterschiedliche Überschriften mit verschiedenen Argumenten, etwa Preis, Schnelligkeit und Erfahrung. Prüf vor dem Start jeden Link, und schau dir die Vorschau auf dem Smartphone an.

10. Automatisierung blind vertrauen

Google Ads bietet heute viele automatische Gebotsstrategien und Kampagnenarten wie Performance Max. Sie nehmen dir viel Arbeit ab. Sie optimieren aber nur auf das, was du misst. Ohne sauberes Tracking und klare Ziele arbeiten sie in die falsche Richtung.

Starte automatische Gebote erst, wenn dein Tracking zuverlässig Conversions meldet. Lies die Empfehlungen von Google kritisch. Nicht jede Empfehlung dient deinem Ziel.

11. Display und Remarketing ohne Grenzen

Werbung auf Partnerseiten und Remarketing, also Werbung für Menschen, die schon auf deiner Seite waren, können sehr wirksam sein. Ohne Grenzen wirken sie schnell aufdringlich. Wer dieselbe Anzeige zehnmal am Tag sieht, ist eher genervt als überzeugt.

Begrenze in Display-Kampagnen, wie oft eine Person deine Anzeige sieht. Prüf regelmäßig, auf welchen Seiten deine Anzeigen erscheinen, und schließ unpassende Umfelder aus.

12. Budget falsch verteilen und das Konto vernachlässigen

Ein gemeinsames Budget für alle Kampagnen klingt praktisch. Die stärksten Kampagnen verbrauchen es aber, für neue bleibt kaum etwas. Getrennte Budgets geben dir mehr Kontrolle.

Der größte Fehler ist jedoch, das Konto nach dem Start allein laufen zu lassen. Google führt laufend neue Funktionen ein, Wettbewerber ändern ihre Gebote, das Suchverhalten verschiebt sich. Wer nicht regelmäßig nachsteuert, zahlt auf Dauer zu viel.

Trag dir einen festen wöchentlichen Termin für dein Google-Ads-Konto ein.

Weiterlernen oder abgeben

Wenn du Google Ads dauerhaft selbst betreuen willst, lohnt sich ein gutes Nachschlagewerk wie das Google-Ads-Handbuch aus dem Rheinwerk Verlag. Den kostenlosen Einstieg bietet die Hilfe von Google selbst.

Häufige Fragen

Wie viel Budget brauche ich für Google Ads?

Das hängt von Branche, Wettbewerb und Region ab. Rechne rückwärts: Was darf dich ein Kunde kosten, und wie viele Klicks brauchst du ungefähr für einen Kunden? Starte mit einem Betrag, bei dem du nach einigen Wochen genug Daten für Entscheidungen hast.

Was ist der Qualitätsfaktor bei Google Ads?

Eine Bewertung von 1 bis 10 für jedes Keyword. Sie beruht auf erwarteter Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung auf der Landingpage. Ein hoher Qualitätsfaktor führt in der Regel zu besseren Positionen und niedrigeren Kosten.

Wie oft sollte ich mein Google-Ads-Konto prüfen?

In den ersten Wochen mehrmals pro Woche, danach mindestens einmal pro Woche. Die wichtigste Routine ist der Blick in den Suchbegriff-Bericht.

Lohnt sich Google Ads für kleine Unternehmen?

Ja, wenn Kunden aktiv nach deinem Angebot suchen und du den Wert eines Kunden kennst. Gerade lokale Dienstleister erreichen mit eng begrenzten Kampagnen gezielt Interessenten in ihrer Region.

Werbematrix Die Redaktion von Werbematrix stellt Marketing-Bücher, Tools und Methoden vor und ordnet sie für die Praxis in deutschen Unternehmen ein.
Marketing-Radar

Jeden Freitag frische
Marketing-Impulse im Postfach

Die wichtigsten Entwicklungen der Woche, Neues aus dem Werberecht, Tool-Tipps und ein Fundstück, das dein Marketing weiterbringt. In 5 Minuten gelesen.

Kostenlos und jederzeit abbestellbar.